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Der „Zukunftsdialog Ökolandbau – Transfer angewandter Forschung" bringt Expert*innen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis ins Gespräch. Die Tagung wird seit 2016 gemeinsam mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ausgerichtet. Sie richtet sich an Landwirt*innen der Region, Berater*innen des Ökolandbaus, (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen und Studierende der Hochschulen, aber auch an Politiker*innen, Journalist*innen, Vertreter*innen von Behörden des Bundes und der Länder sowie Verbandsvertreter*innen.

Zu wechselnden Themen aus dem Ökologischen Landbau sollen neue Lösungswege diskutiert und aufgezeigt werden. Dabei sollen verstärkt Impulse aus der Praxis des Ökolandbaus aufgenommen werden.

2020 - Zwischenfrüchte - Anbau, Pflege, Nutzen - unter dem Aspekt von Klimawandel und Biodiversität

Der eigentlich zweitägige „Zukunftsdialog Ökolandbau" fand diesmal coronabedingt nur als Praxisveranstaltung am 08.10.2020 auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf (Angermünde/Brandenburg) der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt.

Die besonders in der Region Berlin-Brandenburg etablierte Veranstaltung hat mehr als 50 Teilnehmende aus Wissenschaft, Beratung und Praxis auf dem Versuchsfeld ins Gespräch gebracht. Am 20. August wurden dort 19 unterschiedliche Mischungen und Reinsaaten von unterschiedlichen Zwischenfrüchten ausgesät, die nun vergleichend vom Aufwuchs her beurteilt werden konnten. Das Saatgut wurde von der SAATEN-UNION (www.saaten-union.de) und der Deutschen Saatenveredelung AG (DSV) (https://www.dsv-saaten.de) und der KWS (www.kws.com/de/de/) kostenlos bereitgestellt.

Christoph Felgentreu, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. (www.ig-gesunder-boden.de) hat die vielfältigen Vorteile der kontinuierlichen Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte im Rahmen der Fruchtfolge eindrucksvoll demonstriert. Dazu gehörte die Beschreibung der besonderen Eigenschaften der verschiedenen Pflanzenarten in den Saatmischungen, die z. B. für eine gute Mykorrhiza- Bildung (Öllein) und tiefgreifender Wurzelbildung oder Nematodenunterdrückung (Ringelblumen) sorgen. Weiterhin wurde ein Starkregen auf die Sickerfähigkeit des Bodens simuliert. Innerhalb von 2 Minuten und 16 Sekunden wurden 100 l Wasser pro Quadratmeter durch den Boden aufgenommen. Weiterhin wurden Spatenproben durchgeführt, die anschaulich die sehr gute Krümelstruktur infolge der Regenwurmaktivität und Durchwurzelung gezeigt haben.

Am Ende der Veranstaltung erfolgte eine Maschinenvorführung der HRD-GmbH (www.hrd-agrar.de/) mit einem Minimalbodenbearbeitungsgerät zur Optimierung der Nährstoffverfügbarkeit und Wasserversorgung durch Dammkultur. Mit einem Tiefenmeißel werden dabei Unterbodenverdichtungen aufgebrochen, Dämme geformt und rückverdichtet sowie Saatgut eingebracht.

Prof. Dr. Stefan Kühne (JKI), Prof. Dr. Roland Hoffmann-Bahnsen (HNEE), Dr. Ralf Bloch (HNEE), Sabrina Scholz (HNEE).
                                                                            

Teilnehmende

Foto Stefan Kühne (JKI)
Teilnehmende am Zukunftsdialog Ökolandbau 2020 auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf (Angermünde/Brandenburg)

Versickerungstest

Foto Vera Springer (HNEE)
Christoph Felgentreu, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. simuliert mit in den Boden eingeschlagenen Zylinder die Versickerung von 100 l Regenwasser pro Quadratmeter

Maschinenvorführung

Foto Stefan Kühne (JKI)
Maschinenvorführung der HRD-GmbH (www.hrd-agrar.de/) mit einem Minimalbodenbearbeitungsgerät zur Optimierung der Nährstoffverfügbarkeit und Wasserversorgung durch Dammkultur

Veranstalter:
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
HNE Eberswalde, Hochschule für nachhaltige Entwicklung

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